
Somatic Experiencing Berlin-Kreuzberg: Du fühlst dich oft angespannt, erschöpft oder wie erstarrt, und Reden allein bringt dich nicht weiter? Somatic Experiencing (SE) ist eine körperorientierte Traumatherapie nach Peter Levine . Wir arbeiten in kleinen, gut dosierten Schritten mit deinen Körperempfindungen, damit dein Nervensystem gebundenen Stress lösen und wieder flexibler werden kann. Als zertifizierter Somatic Experiencing Practitioner begleite ich dich in meiner Praxis im Bergmannkiez.
Somatic Experiencing (SE) ist eine körperorientierte Traumatherapie. Die Methode legt, im Gegensatz zu klassischen Psychotherapie-Arten, den Fokus auf das autonome Nervensystem, das durch traumatische Erlebnisse aus dem Gleichgewicht geraten kann. Der traumatische Stress wird in diesem System gespeichert und äußert sich häufig in Form von Anspannung, psychischen Problemen (z.B. Ängste, Rückzug, Depressionen, Erschöpfung, Grübeln, Rastlosigkeit, Verbitterung, Probleme mit der Impulskontrolle), Syndromen oder psychosomatischen Beschwerden. Oft liegt die Ursache darin, dass keine angemessene Reaktion auf das traumatische Erlebnis möglich war – sei es, weil es zu schnell geschah, wir zu hilflos waren oder uns die Orientierung fehlte.
Als Folge verlernt der Körper, sich selbst zu regulieren. Wir befinden uns dann im Überlebensmodus, weil unser Gefühl von Sicherheit verloren gegangen ist. Dabei sind wir entweder ständig „auf Alarm“ (der Sympathikus kann nicht mehr herunterregeln), oder uns fehlt jeglicher Antrieb (der dorsale Vagus, ein Teil des Parasympathikus, dominiert und reguliert uns in Richtung Immobilität und Lethargie).
SE hat das Ziel, das Trauma neu zu verhandeln und arbeitet viel mit hineinspüren in den Körper oder auch vereinzelt mit Augenbewegungen oder Berührungen. Die Selbstregulationsfähigkeit zwischen Sympathikus und Parasympathikus, zwischen Emotionen, Gedanken, Körperempfindungen, Bewegungen und der inneren Bildwelt kann wiederhergestellt werden – ebenso wie ein Gefühl von Sicherheit und die Wahrnehmung der eigenen Grenzen.
Somatic Experiencing kann dazu beitragen, im Körper gebundene Traumaenergie sanft zu entladen und das autonome Nervensystem wieder in Regulation zu bringen. Es eignet sich sowohl für Schock- als auch für Entwicklungstrauma.
Durch traumatische Erlebnisse oder Lebensphasen kann das autonome Nervensystem sich nicht mehr selbst regulieren ohne Hilfsmittel wie Drogen oder Medikamenten. Es befindet sich im andauernden Fight, Flight oder Freeze-Modus:
Unter anderem können ständiges „on fire“ sein, Ängste, Starre, Anspannung und Erschöpfung die Folge sein. Hier setzt Somatic Experiencing an: Traumatische Erlebnisse und Lebensphasen sollen sanft und nachhaltig neu verhandelt werden und der durch Traumata im Nervensystem gebundene Streß kann entladen werden – so dass der ventrale Vagus (der grüne Bereich in der Grafik) wieder zum Zuge kommt.
Übrigens: Wir alle tragen Traumata in uns – unsere Resilienz bestimmt, wie stark sie uns im Hier und Jetzt beeinträchtigen.
Schocktraumata (akute traumatische Erlebnisse) können entstehen durch: Unfälle, Stürze, Operationen, Verluste, (Vor-)Geburtstrauma, Erstickung, Ertrinken, Angriffe, Missbrauch, verhinderte Flucht, Vergiftungen, Naturkatastrophen, Krieg, Terrorismus, Verbrennungen, Horror.
Entwicklungstraumata (traumatische Lebensphasen – auch Bindungstrauma genannt) können zum Beispiel entstehen durch: Emotionale Vernachlässigung, Pandemien, Krankheiten, Diskriminierung und Ausgrenzung, emotional distanzierte, hilflose oder übergriffige Elternteile, Überforderung durch zu große Verantwortungsübernahme oder andere belastende Erfahrungen in Kindheit und Jugend. Methode der Wahl ist in diesem Fall NARM.
Formen von Trauma im queeren Leben
Somatic Experiencing arbeitet stärker mit dem autonomene Nervensystem als NARM und bezieht auch Bewegung mit ein. Die beiden Grundprinzipien in Somatic Experiencing sind Titration und Pendeln – die bei Schocktraumata zur Verlangsamung wichtig sind. Der Prozess wird stärker durch die therapierende Person geleitet. Das ist bei Schocktrauma wichtig, um das autonome Nervensystem nicht durch zu hohe Aktivierung zu überlasten – bei Entwicklungstrauma bevorzugen viele Klient*innen NARM.
Welche Methode für Dich besser passt, hängt ab von Deinen Themen.
Ich bin zertifizierter Somatic Experiencing Practitioner, NARM Practitioner und Mitglied im Somatic Experiencing Fachverband Deutschland, wo ich die AG Queer gegründet habe.
Ich habe die dreijährige Ausbildung bei der Bundesarbeitsgemeinschaft der Psychotherapeut*innen (BAPT e.V.) in Berlin bei Anne Janzen und Ursula Funcke-Kaiser gelernt sowie am Institut Neurotracking bei Itta Wiedenmann in der Nähe von Nürnberg.
Ich nehme regelmäßig Supervisions-Stunden und habe nach der Grundausbildung einige post-advanced Trainings besucht zu systemischen Trauma (Lael Keen, Efu Euphrasia Nyaki, Francine Kelley, Dea Parsanishy), Somatic Experiencing mit Kindern und Jugendlichen (Maggie Kline’s Playshop) und Trauma, Entwicklung und Bindung – Behandlung von Entwicklungstraumata (Raja Selvam).
In meiner Somatic Experiencing Ausbildung habe ich neben der oben beschriebenen Aspekte ebenfalls die bedingungslose positive Wertschätzung nach Rogers als Grundhaltung im Somatic Experiencing kennengelernt und habe diese verinnerlicht. Klient*innen können bei mir mit ihren Themen, Traumata und Emotionen sein – ohne befürchten zu müssen, von mir bewertet zu werden. Wichtig ist mir darüber hinaus eine emphatische, vertrauensvolle Beziehung zu meinen Klient*inen.



