Therapie für schwule Männer Berlin: Scham und Beziehungsmuster mit NARM verstehen

Zwei Männer sitzen am Wasser, einer legt den Arm um den anderen – Therapie für schwule Männer Berlin

Therapie für schwule Männer Berlin-Kreuzberg: Du bist schwul, bi oder liebst Männer, und manches in deinem Leben fühlt sich schwerer an, als es sein müsste? Vielleicht ist es eine Scham, die sich nicht wegdenken lässt. Beziehungen, die immer wieder am selben Punkt hängen. Sex, der sich nicht frei anfühlt. Oder das Gefühl, dich ständig zusammenreißen zu müssen. Bei mir musst du nichts erklären oder rechtfertigen: weder deine Sexualität noch deine Beziehungsform noch deine Art zu leben. Wir können direkt bei dem anfangen, was dich wirklich beschäftigt. Ich arbeite körperorientiert, mit NARM und Somatic Experiencing. Meine Praxis ist im Bergmannkiez, montags auch in der Blücherstraße 58.

Womit schwule Männer zu mir kommen

Jede Geschichte ist anders. Diese Themen begegnen mir in der Praxis aber immer wieder:

 

  • Scham, Perfektionismus und die Angst, dich zu zeigen: das leise Gefühl, anders, falsch oder zu viel zu sein und nicht dazuzugehören, oft schon lange vor dem Coming-out. Weil es einmal bedrohlich war, sich ganz zu zeigen, zeigen viele nur die Seiten, die gut ankommen, und reduzieren sich auf Körper, Leistung oder Erfolg. Peter Fässlacher beschreibt das eindrücklich in seinem Buch „Die schwule Seele“. Eine Studie spricht vom „Best Little Boy in the World“ (Bericht auf Salon). Mehr in meinen Artikeln über toxische Scham bei schwulen Männern und Perfektionismus.

  • Liebe, Beziehungen und Sexualität: Nähe, die Angst macht. Muster, die sich wiederholen. Sex, der sich abgekoppelt anfühlt, Leistungsdruck, Schwierigkeiten, Lust und Nähe zu verbinden. Fragen rund um offene, polyamore oder monogame Beziehungen. Siehe auch Bindungsangst überwinden.
  • Chemsex und Substanzkonsum: wenn Drogen beim Sex mehr Raum einnehmen, als dir gut tut. Mehr in Drogen und Trauma in der LGBTIQ+ Community.
  • Männlichkeit und Körperbild: der Druck, „männlich genug“ zu wirken, Gefühle nicht zu zeigen oder einem bestimmten Körperideal in und außerhalb der Szene zu entsprechen.
  • Spätes Coming-out, Einsamkeit und Älterwerden: wenn du dich erst später im Leben outest, vielleicht nach einer Ehe mit einer Frau oder mit Kindern, oder dich in einer Szene, die oft auf Jugend ausgerichtet ist, allein fühlst.
  • Minority Stress durch Familie und Gesellschaft: die Spuren von Abwertung, Mobbing oder Gewalt im Nervensystem. Ablehnung, Schweigen oder Kontaktabbruch in der Familie, manchmal religiös geprägt. Das Gefühl, mit dem, was dich ausmacht, nicht verstanden zu werden. Mehr über Minority Stress.
  • Leben mit HIV: eine Diagnose, Stigma und Angst, bei älteren Männern auch die Spuren der AIDS-Krise. Medizinische Fragen gehören in ärztliche Hände, ich begleite den emotionalen Umgang damit.

Therapie für schwule Männer Berlin - so arbeite ich

Mein Schwerpunkt ist NARM, das Neuroaffektive Beziehungsmodell. NARM geht davon aus, dass wir als Kinder Überlebensstrategien entwickeln mussten, etwa uns unsichtbar zu machen, es allen recht zu machen oder Gefühle abzuschalten. Gerade schwule Männer haben oft früh gelernt, einen Teil von sich zu verstecken. Diese Strategien waren damals sinnvoll. Heute stehen sie manchmal dem im Weg, was du dir für dich wünschst.

 

In jeder Sitzung starten wir bei deinem Anliegen: Was möchtest du heute für dich? Dann erforschen wir gemeinsam, was dir dabei in die Quere kommt. Es geht nicht darum, dich zu reparieren, sondern mehr Wahlfreiheit zu gewinnen. Mehr über NARM Überlebensstrategien.

Wenn Anspannung, Erstarrung oder Erschöpfung im Vordergrund stehen, beziehe ich Somatic Experiencing ein. Damit arbeiten wir direkter mit deinem Nervensystem und deinen Körperempfindungen, in kleinen, gut dosierten Schritten.

 

Je nach Thema können auch Hypnosetherapie, Ego State Therapie oder EMDR dazukommen. Einen Überblick findest du unter Traumatherapie-Methoden.

Queer-affirmativ: was das bei mir konkret heißt

Queer-affirmativ heißt für mich mehr, als offen zu sein. Konkret bedeutet es:

 

  • Sex-positiv: Deine Sexualität ist ein Teil von dir, kein Symptom. Wir können offen über Lust, Fantasien, Kinks und Konsum sprechen, ohne zu moralisieren.
  • Keine Bewertung deiner Lebensweise: offen, polyamor, monogam, Single, Dating-Apps oder Szene. Was für dich stimmt, entscheidest du.

 

Ich bin selbst schwul und queer, und viele dieser Themen kenne ich aus eigener Erfahrung und habe sie selbst bearbeitet, manche bearbeite ich bis heute. Im Fachverband Somatic Experiencing habe ich die AG Queer gegründet. Die Lebensrealität schwuler Männer musst du mir nicht erst erklären.

Erste Sitzung, Kosten und Rahmen

Die erste Sitzung: Statt eines kostenlosen Erstgesprächs verlängere ich die erste Stunde kostenfrei. So klären wir deine Fragen und arbeiten auch schon miteinander.

Preis: Eine Stunde (60 Minuten) kostet 95 Euro. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht, private Versicherungen unter Umständen.

Chemsex und Sucht: Eine Sucht behandle ich nicht. Wenn du von Substanzen abhängig bist oder dein Konsum dich gesundheitlich gefährdet, gehört das in ärztliche Behandlung oder in eine Suchtberatung. Ergänzend kann ich an den Belastungen und Traumata arbeiten, die hinter dem Konsum liegen. Die Abklärung mit deinen Ärzt*innen und Therapeut*innen liegt dabei in deiner Verantwortung.

Mehr zu Ablauf, Absagen und Grenzen auf der Seite Therapie.

Was ich nicht anbiete

  • Keine Suchtbehandlung: Suchterkrankungen behandle ich nicht, das darf ich als Heilpraktiker für Psychotherapie nicht. Ob und in welchem Rahmen eine Therapie bei mir daneben sinnvoll ist, klären wir im Einzelfall, wenn nötig in Absprache mit deinen behandelnden Ärzt*innen.
  • Keine Medikation: Medikamente verschreiben dürfen nur Ärzt*innen. Eine medikamentöse Behandlung und die Therapie bei mir schließen sich aber nicht aus.
  • Keine Konversionstherapie: Du bist gut, wie du bist. Ich biete selbstverständlich nichts an, das deine sexuelle Orientierung verändern soll.
  • Keine Kinder- und Jugendtherapie: Ich arbeite ausschließlich mit Erwachsenen ab 18 Jahren. Für Kinder und Jugendliche wende dich bitte an Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen.

Häufige Fragen

Ist die Therapie nur für Menschen, die sich als schwul bezeichnen?

Nein. Ob du dich als schwul, bi oder queer verstehst, Sex mit Männern hast, ohne dich so zu nennen, oder dir einfach unsicher bist: Du bist willkommen. Das gilt auch für trans Männer und nicht-binäre Menschen, die sich hier wiederfinden.

Aber natürlich. Wie offen du lebst, entscheidest du. Auch bei der Frage, ob und wem gegenüber du dich outen möchtest, bestimmst du das Tempo bei der Therapie für schwule Männer Berlin.

Ja. Wir schauen auf Wunsch gemeinsam, welche Rolle er für Dich spielt und was er Dir gibt. Bei einer Abhängigkeit gilt der Hinweis unter „Was ich nicht anbiete“.

Nur, wenn du möchtest. Wir starten bei dem, was dich heute beschäftigt. Frühere Erfahrungen kommen dann ins Spiel, wenn sie dafür wichtig sind.

Ja, montags biete ich Online-Sitzungen an. Du kannst sie direkt über meinen Kalender buchen.

Hier kannst du einen Termin buchen

Wenn du dich hier wiedererkennst, buche gern einen Termin oder schreib mir.