
Autismus, ADHS, Monotropismus und neuroqueere Stärke mit neuroqueerer Therapie Berlin.
Du bist neurodivergent und queer? Dann bist du nicht allein. Studien zeigen einen deutlichen Zusammenhang: Neurodivergente Menschen sind überdurchschnittlich oft queer, nicht-binär oder in ihrer Sexualität und Geschlechtsidentität anders orientiert. Transgender und geschlechtsdiverse Menschen sind im Durchschnitt drei- bis sechsmal häufiger autistisch als cisgender Personen (Warrier et al., 2020).
Auch bei ADHS gibt es Hinweise auf erhöhte Überschneidungen mit queeren Identitäten (z.B. Hertz et al, 2022). Die Gründe sind komplex – angeborene Unterschiede, unterschiedliche soziale Erfahrungen und weniger Anpassung an Normen spielen zusammen.
Der Begriff „neuroqueer“ beschreibt diesen Zusammhang und geht auf die queere, autistische Wissenschaftlerin und Autorin Nick Walker zurück.
Neurodivergente und queere Identitäten werden in einer heteronormativen und neurotypischen Welt pathologisiert. Das erzeugt besonderen Minority Stress. Gleichzeitig bietet die neuroqueere Perspektive die Möglichkeit, beide Anteile als Ressourcen zu verstehen.
Bei vielen neuroqueeren Menschen dreht sich das Gedankenkreisen besonders stark um die Frage „Was ist los mit mir?“ – ausgelöst durch das Gefühl, anders zu sein und ausgegrenzt zu werden – s. auch systemisches Trauma.
Der Begriff und die Theorie gehen vor allem auf Nick Walker zurück (Neuroqueer: An Introduction). Hier liegt eine neuroqueere Heresis – eine widerständige, schöpferische Kraft.
Nick Walker hat den Begriff 2008 geprägt. „Neuroqueer“ verbindet zwei Ideen:
Walker beschreibt neuroqueering als Praxis: das bewusste oder unbewusste Subvertieren von neuronormativen und heteronormativen Erwartungen gleichzeitig. Es ist zuerst ein Verb – etwas, das Menschen tun – und erst in zweiter Linie eine Identität. Mehr dazu: Neuroqueer: An Introduction.
Neuroqueer beschreibt also eine Form von Intersektionalität: das Zusammentreffen mehrerer Marginalisierungserfahrungen. Ableismus und Queerphobie wirken nicht getrennt, sondern verstärken sich gegenseitig. Gleichzeitig entstehen an genau dieser Schnittstelle auch Ressourcen – z. B. die Fähigkeit, Normen zu hinterfragen, und die Möglichkeit, beides als Teil der eigenen Identität zu verstehen statt als Defizit. Intersektionalität meint hier nicht nur Belastung, sondern auch die komplexe, oft widerständige Art, in der Menschen mit mehreren Zugehörigkeiten leben und sich organisieren.
Diese Idee führt Dr Nick Walker für Neuroqueerness fort und beschreibt mit dem Begriff „Neuroqueer Heresies“ eine empowernde Haltung des Protests gegen den „normalen“ Mainstream.
Der Titel „Heresies“ (Ketzereien) ist bewusst gewählt: Die Texte stellen sich gegen das Pathologie-Paradigma, das Neurodivergenz und Queerness als Abweichung oder Störung definiert, die auch eine Superpower für Kreativität und Transformation sein können, indem sie Befreiung von rigiden gesellschaftlichen Normen ermöglichen.
Walker argumentiert, dass Neuronormativität und Heteronormativität eng miteinander verwoben sind. Wer neuronormative Erwartungen unterläuft, queert oft gleichzeitig geschlechtliche und sexuelle Normen.
Neuroqueerness ist damit eine widerständige, schöpferische Kraft – keine Diagnose und kein Defizit.
Die schöpferische Kraft der queeren Szene hat auch zu neuen Beziehungsmodellen geführt (offen, poly, non-monogam oder anders strukturiert), die sich gegen das klassische Modell der Monogamie auflehnen.
Jessica Fern beschreibt in Polysecure: Attachment, Trauma and Consensual Nonmonogamy, dass sichere Bindung auch mit mehreren Partner:innen möglich ist („polysecure“) – durch klare Kommunikation, Verlässlichkeit und das Wissen, dass Verbindung Stress überstehen kann.
Neuroqueer Heresies zeigen sich nicht nur in Beziehungen, sondern auch in anderen Lebensbereichen, in denen Menschen neuronormative und heteronormative Erwartungen unterlaufen:
Für viele neurodivergente und queere Menschen kann neuroqueere Perspektive entlastend sein: Statt zu fragen „Was ist los mit mir?“ wird das Anderssein als Ressource und als Widerstand gegen Normativität verstanden. Queere Beziehungsmodelle können für neurodivergente Menschen Chancen bieten, Beziehungen zu führen, die ihrer Identität entspricht.
Gleichzeitig kann ständiger Widerstand anstrengend und erschöpfend sein (s. Fight Response). Queere Beziehungsmodelle können für neurodivergente Menschen mit Fawn Response & Masking herausfordernd sein.
Beides – die Belastung und die Stärke – kann nebeneinander bestehen.
Mit NARM und Somatic Experiencing kann ich Dich als queerer NARM-Therapeut darin unterstützen, Minority Stress aufgrund der doppelten Marginalisierung (Ableismus + Queerphobie) abzubauen – ohne Neurodivergenz oder Queerness zu pathologisieren.
Ich bin ein weißer Cis-Mann und mir einer Privilegien bewusst.
Ich kann Dir helfen, besser Bedürfnisse und Grenzen zu spüren und zu kommunizieren. So dass Du Dich sicherer in Beziehungen fühlst – egal ob Du Dich in einer queeren oder nicht queeren Beziehungsform befindest oder Single bist.
Ziel ist mehr Sicherheit und die Möglichkeit, mehr Du selbst sein zu können und neuroqueere Anteile als Ressource zu erleben.
Wenn du dich hier wiedererkennst, buche gerne einen Termin.
